Green Events Siegel

Mit System und Expertise zur ökologisch und sozial verantwortungsvoll gestalteten Veranstaltung

Das Green Events Siegel verbindet strukturiertes Management mit transparenter, EmpCo-konformer Kommunikation.

Von leicht bis anspruchsvoll: unsere praxisorientierten Maßnahmen basieren auf der Expertise unserer über hundert Partner:innen aus Veranstaltungsbranche, Wissenschaft und Politik und orienteren sich an nachvollziehbaren Kriterien. Das schafft Transparenz und erhöht die Motivation aller Beteiligten.

Begleitet durch das Netzwerk Green Events und mithilfe des Rundum-sorglos-Pakets werden wesentliche Maßnahmen einfach umsetzbar.

Ihr verbessert die Bilanz eurer Veranstaltung
und setzt Maßstäbe für die Gesellschaft von Morgen.

Das sagen die Zertifizierten

bestätigen eine verbesserte Steuerung,
also kontrollierbare und planbare Prozesse.

geben an, dass das Green Events Siegel
sie zu neuen Maßnahmen inspiriert hat.

empfehlen das Green Events Siegel und
die Zusammenarbeit mit Netzwerk Green Events weiter.

Der Prozess im Überblick

1. Analyse & Planung

Am Anfang steht die Maßnahmenplanung anhand des Maßnahmenkatalogs.
Wer die professionelle Begleitung durch NGE dazu wählt, startet zusätzlich mit einem Auftaktworkshop mit.
– Status Quo-Analyse
– Stakeholder-Analyse
– Wesentlichkeitsanalyse
Von nun an darf die Veranstaltung mit dem Anwärterschaftssiegel beworben werden.
Der Prozess startet idealerweise etwa sechs Monate vor der Veranstaltung.

2. Umsetzung

Hierbei können unsere exklusiven Arbeitsvorlagen genutzt werden. Zusammen mit weiteren Angebote von Netzwerk Green Events wie unserer Tatenbank entsteht so ein Rundum-sorglos-Paket.

Optional kann Unterstützung und Auditvorbereitung durch NGE dazu gebucht werden.

3. Auditierung

Eine unabhängige Prüforganisation führt das Audit anhand der eingereichten Nachweise und, je nach Größe und Format eurer Veranstaltung, durch eine Begehung vor Ort durch.

Wir empfehlen das Einreichen eurer Nachweise spätestens vier Wochen nach der Veranstaltung abzuschließen.

4. Auswertung

Jede Maßnahme hat je nach Aufwand und Wirkung einen Wert von 1 bis 3 Punkten. Der Prozentsatz der durch die umgesetzten Maßnahmen erreichten Gesamtpunkte bestimmt die Siegelstufe:
> ab 40% = Basis
> ab 60% = Medium
> ab 80% = Premium
Siehe auch Anwendungsbeispiel

5. Übergabe und Fortgang

Ihr erhaltet das Green Events Siegel in erreichter Siegelstufe. Es gilt für die ausgezeichnete Veranstaltung.

Strukturiert, flexibel, praxisnah: der Maßnahmenkatalog

Der Maßnahmenkatalog führt euch Schritt für Schritt zur Siegel-Stufe, die zu euren Zielen und Ressourcen passt – Basis, Medium oder Premium. Als praxisnahes Managementtool liefert er passende Arbeitsvorlagen, die euch direkt in die Umsetzung bringen. Die über hundert Maßnahmen lassen sich nach Handlungsfeldern oder Zuständigkeiten sortieren und berücksichtigen die spezifischen Rahmenbedingungen eurer Veranstaltung: von Größe und Ort bis zu Einlassbedingungen.

Enthaltene Arbeitsvorlagen:

Unser Rundum-sorglos-Paket

Der Maßnahmenkatalog und die Arbeitsvorlagen werden ergänzt durch unser Rundum-sorglos Paket. Dies beinhaltet neben regelmäßigen Fachvorträgen und Workshops unsere Tatenbank mit einer Übersicht zu Fördermöglichkeiten sowie unseren:

Unser solidarisches Kostenmodell

Wir sind ein gemeinnütziges Netzwerk. Bei all unseren Aktivitäten, auch dem Green Events Siegel, steht nicht Profit, sondern Wirkung im Mittelpunkt. Unser Ziel ist es, möglichst vielen Veranstaltungen den Zugang zu unseren ökologischen und sozialen Kriterien zu ermöglichen. Gleichzeitig müssen Beratung, Prüfung und die Weiterentwicklung des Siegels kostendeckend sein.
Deshalb arbeiten wir mit einem Kostenmodell, das die realen Möglichkeiten und Rahmenbedingungen einer Veranstaltung berücksichtigt und einen fairen Ausgleich zwischen großen, finanziell gut aufgestellten Events und kleineren, kulturellen oder gemeinwohlorientierten Formaten schafft. Kontaktiere uns gerne.

Eine Zertifizierung mit Substanz

Das Green Events Siegel ist die erste mehrstufige Zertifizierung in Deutschland, die zielgerichtet auf Veranstaltungen ausgelegt ist und sich flexibel an jede Veranstaltungsart anpasst. Es unterstützt Veranstaltungen ins Handeln zu kommen und ermutigt, diesen Weg in den Folgejahren weiter auszubauen und zu vertiefen.

Die Green Events Maßnahmen sind in einem partizipativen Prozess mit über hundert Stakeholdern aus Wissenschaft, Politik, Veranstaltungsbranche und Zivilgesellschaft entstanden. Die Bepunktung bemisst sich an Wirksamkeit und Aufwand. Seit 2023 werden die Maßnahmen bei der Umsetzung von Veranstaltungen – von der Fachtagung über Festivals und Volksfeste bis hin zum internationalen Kongress – angewandt.

Diese Veranstaltungen machen mit:

Eure Fragen, unsere Antworten

Das Green Events Siegel kann für jede Art von Veranstaltung genutzt werden, denn jede Veranstaltung profitiert davon, wenn die Organisator:innen sich der ökologischen und sozialen Auswirkungen bewusst werden und diese aktiv managen. Wir zertifizieren immer eine konkrete Veranstaltung (und unter bestimmten Bedingungen ihre unterjährigen Folgeveranstaltungen – siehe FAQ „Wie lange ist das Siegel gültig und gibt es einen Rezertifizierungsprozess?“).

Auch die Zertifizierung von klar definierten Teilbereichen einer Veranstaltung, z.B. bei mehreren Spielstätten, ist möglich. Das Netzwerk Green Events bietet beratende Unterstützung und passendes Arbeitsmaterial.

2019 startete Netzwerk Green Events (damals: Green Events Hamburg) das Projekt ‚Zukunft veranstalten‘ unter der Projektförderung der Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA). Ziel des Projekts war die Erarbeitung einer differenzierten Übersicht möglicher ökologischer und sozialer Maßnahmen für Veranstaltende, um ihre Veranstaltung nachhaltiger zu organisieren. In einem partizipativen Prozess mit über hundert Akteur:innen aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Zivilbevölkerung und natürlich der Veranstaltungsbranche entstand die gleichnamige Handreichung: ZUKUNFT VERANSTALTEN, die mit sieb unterschiedlichen Veranstaltungen in Hamburg getestet wurde.

Daraus wurde der Wunsch deutlich, die Maßnahmen stärker nach Wirkung und Veranstaltungsart zu sortieren, um den Veranstaltenden eine bessere Priorisierung und Auswahl möglicher Maßnahmen zu gewährleisten. Die Veranstaltungsbranche wünschte sich außerdem größere Sichtbarkeit für ihre ökologischen, ökonomischen und sozialen Aktivitäten.

Die Idee des Green Events Siegels – einer Zertifizierung für Veranstaltungen – war geboren. Ein Novum in Deutschland, denn anders als bestehende Systeme, die Locations oder Agenturen auszeichnen, richtet sich das Green Events Siegel explizit an Veranstaltungen. Es entspricht keinem Top-Runner-Prinzip sondern ermöglicht einen niedrigschwelligen Einstieg.

Mit Förderung der BUKEA wurde der Green Events Maßnahmenkatalog seit 2023 weiterentwickelt und optimiert, um Effizienz, Anwendungsfreundlichkeit und Prozessabläufe zu verbessern. Bis Ende 2026 wurde er auf 41 Veranstaltungen – vom Senatsempfang über Weihnachtsmärkte bis hin zu Volks- und Straßenfesten – angewandt.

Einen ausführlichen Überblick zum Entwicklungsprozess des Siegels mitsamt Listen der beteiligten Stakeholder bietet dieser Zeitstrahl.

Das Green Events Siegel kommt mit zwei großen Vorteilen: Das Green Events Siegel kombiniert effizientes Management mit authentischer, gesetzeskonformer Nachhaltigkeitskommunikation.

Nachhaltiges Veranstalten kann überfordernd sein. Unser Maßnahmenkatalog bietet über hundert konkrete Maßnahmen, von leicht bis anspruchsvoll. Sie sind praxisorientiert und bedienen sich der Expertise unserer über hundert Partner:innen aus Veranstaltungsbranche, Wissenschaft und Politik (siehe FAQ „Wie ist das Green Events Siegel entstanden?“). Das erhöht die Motivation aller Beteiligten und schafft Transparenz und Vertrauen bei Partner:innen, Sponsor:innen und Teilnehmenden. Die optionale Beratung durch das Netzwerk Green Events wird ergänzt durch unser Rundum-sorglos Paket. Dies beinhaltet neben den Managementfunktionen im Maßnahmenkatalog und exklusiven Arbeitsvorlagen regelmäßige Fachvorträge und Workshops sowie unsere Tatenbank mit Deep Dives, Fallbeispielen, einer Dienstleistungsdatenbank, einer Übersicht zu Fördermöglichkeiten und Hintergrundinformationen zu den Maßnahmen. Wir sind überzeugt: Jede Veranstaltung ist einzigartig und kann sich auf ihre Weise für unseren Planeten und das Gemeinwohl einsetzen. Damit wird ein breites Publikum inspiriert.

Darüber hinaus verlangt ab dem 27. September 2026 die EU-Richtlinie Empowering Consumers (EmpCo), dass Umweltaussagen belegt sind – pauschale Formulierungen wie „klimaneutral“ oder „nachhaltig veranstaltet“ ohne Nachweise sind dann verboten und können geahndet werden. Das Green Events Siegel nimmt euch diesen Beleg ab: Ihr kommuniziert eure Nachhaltigkeitsarbeit auf Basis eines öffentlich dokumentierten Kriterienkatalogs, statt selbst eine eigene Nachweisbasis aufbauen zu müssen (für weitere Informationen siehe FAQ „Was bedeutet die neue EU-Richtlinie Empowering Consumers (EmpCo) für das Green Events Siegel?“).

Das Green Events Siegel gilt für die ausgezeichnete Veranstaltung. Folgeveranstaltungen können unter folgenden Bedingungen mit- bzw. rezertifiziert werden.

Voraussetzung dafür ist, dass:

  • die Veranstaltung größtenteils unverändert bleibt, d.h. wenn Dauer und Veranstaltungsort identisch sind, keine wesentlichen baulichen Veränderungen stattgefunden haben – insbesondere an der Infrastruktur (z.B. Sanitär, Lüftung, Heizung) oder durch den Bau neuer Gebäudeteile –
  • die Teilnehmendenzahl keine wesentlichen Veränderungen (±20%) aufweist
  • die ursprüngliche Veranstaltung mit dem Green Events Siegel ausgezeichnet worden ist

Innerhalb eines Jahres können Veranstaltungen in derselben Location in Rücksprache mit Netzwerk Green Events mitzertifiziert werden. Hierfür versicherst du schriftlich als Veranstalter, dass keine wesentlichen Änderungen stattgefunden haben, und meldest jede relevante  Änderung an. Unangekündigte Zufallsaudits können durchgeführt werden, um eine fortgesetzte Umsetzung der Maßnahmen zu gewährleisten.

Folgeveranstaltungen nach einem Jahr durchlaufen einen Rezertifizierungsprozess: Dafür werden 25% der Maßnahmen, die im Erstaudit des Vorjahres als erfolgreich umgesetzt bestätigt wurden, zufällig ausgewählt. Für diese Maßnahmen müssen die Nachweise erneut eingereicht werden. Wird eine höhere Siegelstufe angestrebt, müssen zusätzlich alle neu umgesetzten Maßnahmen nachgewiesen werden. Wird die Veranstaltung wesentlich verändert, ist eine erneute vollständige Prüfung erforderlich.

Wie viel kostet eine Auszeichnung mit dem Green Events Siegel?

Es ist uns ein Anliegen, alle Veranstaltenden zu unterstützen, die ihre Veranstaltung nachhaltiger organisieren und auszeichnen lassen wollen. Deshalb hat das Green Events Siegel keinen Festpreis, sondern ein solidarisches Preismodell.

Was solidarisch bedeutet: Unser Anteil am Preis richtet sich danach, was eine Veranstaltung tragen kann. Große und wirtschaftlich starke Veranstaltungen zahlen mehr und ermöglichen damit kleinen, ehrenamtlich getragenen oder gemeinwohlorientierten Veranstaltungen einen Preis, den sie stemmen können. Wer möchte, verstärkt diesen Ausgleich über einen freiwilligen Solidaritätsbeitrag. In der Vergangenheit konnten zudem Förderprogramme einen Teil der Kosten übernehmen — vor allem im Beratungsanteil. Ob das für eure Veranstaltung in Frage kommt, hängt vom jeweiligen Programm ab. Sprecht uns gerne darauf an.

Woraus sich der Preis zusammensetzt: Mit der Umstellung auf die unabhängige Prüfung wird getrennt abgerechnet, was wir leisten und was die Prüforganisation leistet.

Beim Netzwerk Green Events:

  • Lizenz für die Nutzung des Siegels in eurer Kommunikation
  • Beratung und Begleitung durch den Siegelprozess
  • Solidaritätsbeitrag (freiwillig)

Bei der unabhängigen Prüforganisation:

  • das Audit
  • Anreise und gegebenenfalls Übernachtung der Auditor:innen

Den Aufwand für das Audit kalkuliert die Prüforganisation selbst, er ist nicht von uns gestaltbar — genau das macht die Prüfung unabhängig. Damit die Zertifizierung trotzdem für alle zugänglich bleibt, prüfen wir zurzeit mit den Auditorganisationen, inwiefern auch auf ihrer Seite eine gestaffelte Preismodelle möglich sind.

Ein konkretes Angebot mit allen Positionen erstellen wir euch auf Anfrage. Verbindliche Konditionen für das externe Audit können wir nennen, sobald unsere beiden Pilotaudits ausgewertet sind.

Die Nachhaltigkeitsmaßnahmen des Green Events Siegels sind in der Regel nicht gesetzlich bindend, sondern dienen der freiwilligen Umsetzung von bewährten und wirkungsvollen Praktiken und deren Kommunikation nach innen und nach außen.

Einige Maßnahmen greifen dabei bestehende gesetzliche Anforderungen auf, die die Nachhaltigkeit von Veranstaltungen betreffen — etwa die Gewerbeabfallverordnung. Aktuell sind das fünf Gesetze und Verordnungen; welche das im Einzelnen sind, findet ihr im Maßnahmenkatalog. Ziel ist, das Bewusstsein dafür zu erhöhen und die Umsetzung zu erleichtern, nicht eine eigene Rechtsprüfung zu ersetzen. Zusätzlich haben wir einordnende und erklärende Deep Dives und Hintergrundinformationen zu den Gesetzen zusammengestellt, die bei der Umsetzung der Anforderungen helfen.

Während das Netzwerk Green Events Hilfestellungen liefert, obliegt die Sicherstellung der ordnungsgemäßen Umsetzung in diesen Fällen weiterhin den zuständigen Behörden.

Was kann ich tun, wenn ich die Nachhaltigkeit einer ausgezeichneten Veranstaltung anzweifle oder beanstanden möchte?

Eine Zertifizierung mit dem Green Events Siegel bedeutet nicht, dass eine Veranstaltung in Gänze nachhaltig sein muss. Wir haben flexibles, punktebasiertes System mit drei Siegelstufen etabliert, um einen einfachen Einstieg zu ermöglichen und einen Entwicklungspfad aufzumachen. Jede zertifizierte Veranstaltung wird auf der Webseite des Netzwerks Green Events aufgeführt. Dort  kannst du nachvollziehen, in welchen Handlungsfeldern sie wie abgeschnitten hat.

Wenn du dennoch etwas beanstanden möchtest, schicke gerne ein Email an siegel@netzwerkgreenevents.de. Innerhalb von spätestens acht Wochen nach Eingang erhältst du eine begründete Entscheidung.

Selbstverständlich werden Beschwerden vertraulich behandelt. Du kannst aber sie aber auch anonym einreichen; in diesem Fall ist eine Rückmeldung jedoch leider nicht möglich.

Das Green Events Siegel für Veranstaltungen und der Blaue Engel für Green Events ergänzen sich.

Das Green Events Siegel bietet ein mehrstufiges System, das für Veranstaltungen unterschiedlicher Größe und Art geeignet ist und gleichzeitig einen niedrigschwelligen Einstieg ermöglicht. Unser Fokus liegt darauf, Veranstaltende dabei zu unterstützen, ins Machen zu kommen. Dafür haben wir ein dreistufiges Siegel erstellt mit nur einem Pflichtkriterium (Benennung eines/einer Nachhaltigkeitsbeauftragte:r). Durch einen klaren Überblick über den Status quo der Veranstaltung sowie gezielter Unterstützung bei der Identifikation wirksamer und wesentlicher Maßnahmen entlastet das Green Events Siegel Veranstaltende.

Der Maßnahmenkatalog und die Arbeitsvorlagen werden ergänzt durch unser Rundum-sorglos Paket. Dies beinhaltet regelmäßige Fachvorträge und Workshops sowie unsere Tatenbank mit Deep Dives, Fallbeispielen, einer Dienstleistungen-Datenbank, einer Übersicht zu Fördermöglichkeiten und Hintergrundinformationen zu den Maßnahmen.

Der Blaue Engel ist eine einstufige Zertifizierung und richtet sich eher an größere Veranstaltungen, die in ihren Nachhaltigkeitsbemühungen sehr weit fortgeschritten stehen. Mit mehr als 50% Pflichtkriterien hat sich der Blaue Engel zum Ziel gesetzt, die nachhaltigsten Veranstaltungen auszuzeichnen.

ISO 20121 ist eine internationale Managementsystem-Norm für nachhaltiges Eventmanagement. Sie beschreibt, wie eine Organisation Nachhaltigkeit strukturell in ihre Prozesse integriert – z. B. über Zuständigkeiten, Dokumentation, Zielsysteme und kontinuierliche Verbesserung. Sie ist vor allem für größere Organisationen gedacht, die ein formales Managementsystem aufbauen und zertifizieren lassen wollen.

Das Green Events Siegel setzt an einer anderen Stelle an: Es bewertet und begleitet die konkrete Veranstaltung anhand eines umfangreichen, praxisnahen Maßnahmenkatalogs. Im Mittelpunkt steht nicht das Managementsystem einer Organisation, sondern was auf der Veranstaltung tatsächlich umgesetzt wird – z. B. bei Mobilität, Energie, Catering, Abfall, Beschaffung, sozialer Verantwortung oder Barrierefreiheit.

Kurz gesagt: ISO 20121 fragt: Ist eure Organisation strukturell in der Lage, nachhaltig zu arbeiten? Das Green Events Siegel fragt: Wie nachhaltig ist diese konkrete Veranstaltung – messbar, überprüfbar und sichtbar? – und schlägt direkt umsetzbare Maßnahmen vor.

Die EmpCo-Richtlinie schützt Verbraucher:innen vor irreführenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Sie richtet sich nicht in erster Linie an Siegel, sondern an alle Umweltaussagen von Unternehmen — auch an freie Formulierungen wie „klimaneutral“, „umweltfreundlich“ oder „nachhaltiges Festival“. Wer so etwas über seine Veranstaltung sagt, muss es ab dem 27. September 2026 belegen können. Pauschale Aussagen ohne Nachweis sind dann unzulässig, ebenso selbst vergebene Auszeichnungen ohne unabhängige Prüfung.

Ein Nachhaltigkeitssiegel bleibt einer der anerkannten Wege, eine Umweltaussage zu belegen — wenn es auf einem Zertifizierungssystem beruht, das unter anderem diese Anforderungen erfüllt:

  • öffentlich zugängliche, objektive Kriterien, die gemeinsam mit Fachleuten und Beteiligten entwickelt wurden
  • transparente, faire und nicht-diskriminierende Teilnahmebedingungen
  • ein Verfahren für Einsprüche und Beschwerden
  • eine Überwachung der Einhaltung durch eine unabhängige dritte Stelle

Einen Großteil davon erfüllt das Green Events Siegel bereits heute: öffentlich nachvollziehbare Kriterien, entwickelt in einem partizipativen Prozess mit über hundert Fachleuten, und ein faires, solidarisches Teilnahmemodell. Wir begrüßen die Richtung der Richtlinie deshalb ausdrücklich — sie trennt belegte Nachhaltigkeitsarbeit von bloßer Behauptung.

Den letzten Baustein — eine unabhängige externe Prüfung — bauen wir derzeit auf. Dazu arbeiten wir mit etablierten, unabhängigen Prüforganisationen zusammen. Das Prüfmodell wird ab Herbst 2026 in zwei Pilotaudits erprobt und geht anschließend in den Regelbetrieb über. Entscheidend ist die neue Rollentrennung: Die Prüfung der umgesetzten Maßnahmen liegt dann nicht mehr bei uns, sondern bei einer unabhängigen Stelle. Wir entwickeln den Standard, beraten und begleiten — geprüft wird extern.

Für dich heißt das zweierlei. Erstens: Eigene Nachhaltigkeitsaussagen zu deiner Veranstaltung musst du künftig belegen können — ein extern geprüftes Siegel wird damit eher wichtiger, nicht unwichtiger. Zweitens: Das Green Events Siegel bleibt auch unter den neuen Regeln ein glaubwürdiges und verlässliches Zeichen. Sobald das Prüfmodell final steht, informieren wir hier transparent über Ablauf, Rollen und unabhängige Prüfung. Was die Umstellung für bereits ausgezeichnete Veranstaltungen bedeutet, liest du in der folgenden Frage.

Das Green Events Siegel wird immer für eine konkrete, namentlich benannte, vergangene Veranstaltung mit Jahresangabe vergeben. Diese Auszeichnung bleibt bestehen: Sie beschreibt, was bei dieser Veranstaltung zu diesem Zeitpunkt umgesetzt und nachgewiesen wurde.

Daraus folgt die Regel für eure Kommunikation: Nennt das Siegel immer zusammen mit dem Namen der ausgezeichneten Veranstaltung, dem Jahr und der erreichten Stufe, zum Beispiel „[Veranstaltung] 2025 – Green Events Siegel Medium“. Ohne diese Angaben entsteht der Eindruck, die Auszeichnung gelte für alles, was ihr tut. Solche pauschalen Aussagen adressiert die EmpCo-Richtlinie.

Was die Umstellung ändert, betrifft neue Zertifizierungen und Rezertifizierungen: Sie laufen künftig über die unabhängige Prüforganisation. Auch eine Folgeveranstaltung, die bisher rezertifiziert worden wäre, durchläuft dann das neue Verfahren. Der Maßnahmenkatalog und die Nachweisanforderungen bleiben dieselben — was sich ändert, ist, wer prüft.

Der Auszeichnungsprozess durchläuft mehrere Phasen, die ihr entweder in Eigenregie oder mit optional dazu buchbarer Begleitung durch das Netzwerk Green Events durchlaufen könnt. Wir arbeiten weiterhin daran, Fördermittel für einzelne Bausteine, insbesondere die Beratung, einzuwerben. Unabhängig davon könnt ihr euch natürlich auch selbst um eine Förderung für eure Teilnahme bemühen.

Analyse & Planung
Am Anfang steht die Maßnahmenplanung. Grundlage dafür ist das Ausfüllen des Maßnahmenkatalogs mit über 100 Nachhaltigkeitsmaßnahmen und einer Vielzahl Funktionen, die euch beim Nachhaltigkeitsmanagement der Veranstaltung unterstützen.

Bucht ihr unser Begleitungsangebot dazu, starten wir zusätzlich mit einem Auftaktworkshops, in dem wir gemeinsam die Rahmenbedingungen eurer Veranstaltung anhand einer Wesentlichkeitsanalyse beleuchten und eure individuellen Schwerpunkte ermitteln, die ihr mit dem Green Events Siegel setzen möchtet. Im Ergebnis entsteht das Nachhaltigkeitskonzept für eure Veranstaltung, das der Arbeit mit dem Siegel-Maßnahmenkatalog zugrunde gelegt wird.

Umsetzung

Im Anschluss folgt die eigentliche Umsetzung der geplanten Maßnahmen. Mit exklusiven Arbeitsvorlagen sowie unserer Tatenbank bietet das Green Events Siegel allen Teilnehmenden ein echtes Rundum-sorglos-Paket.

Im begleiteten Weg bieten wir euch außerdem regelmäßige Jour Fixe an, um euch bei der Umsetzung der Maßnahmen zu unterstützen, und helfen euch bei der Vorbereitung auf das externe Audit.

Auditierung

Mit Veranstaltungsstart beginnt das Audit, das eine unabhängige Prüforganisation durchführt. Es erfolgt als Prüfung der eingereichten Nachweise und, je nach Größe und Format eurer Veranstaltung, als Begehung vor Ort. Wir empfehlen das Einreichen eurer Nachweise spätestens vier Wochen nach der Veranstaltung abzuschließen.

Auswertung

Jede Maßnahme hat je nach Aufwand und Wirkung einen Wert von 1 bis 3 Punkten. Der Prozentsatz der durch die umgesetzten Maßnahmen erreichten Gesamtpunkte bestimmt die Siegelstufe:

  • ab 40 % = Basis
  • ab 60 % = Medium
  • ab 80 % = Premium

Grundlage der Auswertung ist das Ergebnis des externen Audits.

Übergabe und Fortgang

Ihr erhaltet das Green Events Siegel in erreichter Siegelstufe. Es gilt für die ausgezeichnete Veranstaltung.

Ob eine Veranstaltung die Kriterien für eine Stufe erfüllt, steht erst nach Prüfung der Nachweise fest. Vor der Veranstaltung kann daher kein Siegel mit belastbarer Aussage vergeben werden.

Damit ihr trotzdem schon vorab zeigen könnt, dass ihr an einer nachhaltigen Gestaltung arbeitet, vergeben wir das Anwärterschaftssiegel. Es ist ausdrücklich kein Nachweis erreichter Nachhaltigkeit, sondern ein Hinweis auf die laufende Umsetzung. Diese Unterscheidung müsst ihr in eurer eigenen Kommunikation übernehmen.

Nach der Veranstaltung entscheiden die Prüforganisation auf Basis der tatsächlich nachgewiesenen Maßnahmen, ob und auf welcher Stufe das reguläre Siegel vergeben wird.

Das Green Events Siegel ist fundiert, flexibel und niedrigschwellig anzuwenden. Deswegen sind von allen Maßnahmen nur eine für alle Veranstaltenden verpflichtend: die Ernennung einer/ eines Nachhaltigkeitsbeauftragten. Die über hundert Maßnahmen des Katalogs wurden in einem umfassenden partizipativen Prozess den drei Kategorien Standard, Fortgeschritten und Professionell zugeordnet – je nach Aufwand und Wirksamkeit. Bei erfolgreicher Umsetzung erbringen sie ihren Kategorien entsprechend 1, 2 oder 3 Punkte.

Da nicht alle Maßnahmen für jede Art der Veranstaltung relevant sind, kann die maximal zu erreichende Punktzahl variieren. Wer mindestens 40 % der individuellen Gesamtpunkte erreicht, erhält das Siegel in der Stufe Basis. Ab 60 % gibt es das Medium-Siegel, und mit 80 % oder mehr ist die Stufe Premium erreicht. Dieser punktebasierte Ansatz ermöglicht es Veranstaltenden, unabhängig von Vorkenntnissen, wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz von Umwelt und Gemeinwohl beizutragen, um sich dann jedes Jahr mit wachsender Erfahrung zu steigern und mehr Nachhaltigkeitsmaßnahmen umzusetzen. Wo es sich anbietet, etwa bei mehreren Spielstätten, ist eine Zertifizierung von klar definierten Teilbereichen einer Veranstaltung möglich.

Anwendungsbeispiel

Wir empfehlen, uns mindestens sechs Monate vor der Veranstaltung zu kontaktieren und etwa vier Wochen nach Abschluss der Veranstaltung die letzten Nachweise einzureichen. Es ist möglich, den Prozess später zu starten, allerdings benötigen einige Maßnahmen Planungsvorlaufzeit und je kürzer der Zeitraum, desto weniger Maßnahmen werden sich am Ende umsetzen lassen. Bei einer Neuzertifizierung sollten Veranstaltende etwa 40 Stunden vor der Veranstaltung (Planung und Umsetzung der Maßnahmen) und 40 Stunden nach der Veranstaltung (Sammlung der Nachweise) einplanen. Bei einer Rezertifizierung liegt der Aufwand je nach Anspruch deutlich darunter (siehe FAQ „Wie lange ist das Siegel gültig und gibt es einen Rezertifizierungsprozess?“). Diese Angabe ist eine Richtlinie.

Ja! Der Siegelprozess wird auf Wunsch ergänzt durch Beratung, inkl. Wesentlichkeits-, Stakeholder-, Risiken- und Chancenanalyse, und unser Rundum-sorglos Paket. Dies beinhaltet neben exklusiven Vorlagen regelmäßige Fachvorträge und Workshops sowie unsere Tatenbank mit Deep Dives, Fallbeispielen, einer Dienstleistungen-Datenbank, einer Übersicht zu Fördermöglichkeiten und Hintergrundinformationen zu den Maßnahmen. Auch bei der Vorbereitung auf das externe Audit unterstützen wir euch gerne. Kontaktiert uns für ein unverbindliches Angebot.

Ja, die Umsetzung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen wird von einer unabhängigen Prüforganisation detailliert geprüft, anhand der Nachweise, die ihr nach der Veranstaltung einreicht, und ggf. über eine Begehung vor Ort.

Das Netzwerk Green Events entwickelt den Standard und den Maßnahmenkatalog, berät und begleitet euch im Vorfeld, ist an der Prüfung selbst aber nicht beteiligt. Wir arbeiten dabei mit mehreren Prüforganisationen zusammen, damit für unterschiedliche Veranstaltungsgrößen jeweils ein passender und bezahlbarer Prüfweg zur Verfügung steht. Dieselbe Organisation darf nach der EU Empowering Consumers Directive eine Veranstaltung nicht gleichzeitig beraten und prüfen.

Die Prüforganisationen, mit denen wir zusammenarbeiten, benennen wir an dieser Stelle namentlich, sobald die Verträge unterzeichnet sind.

Gegen Entscheidungen im Zertifizierungsprozess könnt ihr Einspruch erheben, seien es einzelne Feststellungen im Auditbericht, die Bewertung einer Maßnahme oder gegen die Vergabe, die Stufe oder den Entzug eines Siegels.

Richtet euren Einspruch formlos an das Netzwerk Green Events unter office@netzwerkgreenevents.de. Wir nehmen jeden Einspruch auf und sorgen dafür, dass er an der richtigen Stelle und von einer am Prozess unbeteiligten Person bearbeitet wird. In jedem Fall erhaltet ihr eine begründete Antwort.