Nachhaltigkeitsbericht
Das Nachhaltigkeitsengagement der Organisation wird in einem Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht.
Das Anfertigen eines Nachhaltigkeitsberichts kann dabei helfen, transparent und einheitlich über das Engagement für Nachhaltigkeit zu berichten. Der deutsche Nachhaltigkeitskodex ist ein Instrument, das Unternehmen aller Größen, unterschiedlicher Branchen und auch Veranstalter:innen als Vorlage nutzen können, um genau dies zu tun. Ab 2025 bieten sie dort außerdem kostenlose Unterstützungsangebote für eine „Corporate Social Responsibility Directive“ (CSRD)-konforme Nachhaltigkeitsberichterstattung an.
Nachfolgend einige Beispiele veröffentlichter Nachhaltigkeitsberichte:
- Nachhaltigkeitsbericht SUSTAIN! Green Culture Summit (2023)
- Nachhaltigkeitsbericht „Last Night a DJ took a Flight“ des Klimakollektivs Clean Scene (2021)
- Nachhaltigkeitsbericht Eurovision Song Contest in Wien (2015)
Die Wesentlichkeitsanalyse (englisch: materiality analysis) ist ein zentrales Instrument moderner Nachhaltigkeitsarbeit. Sie unterstützt Organisationen dabei, ihr Nachhaltigkeitsengagement gezielt auszurichten und sich auf diejenigen Themen zu konzentrieren, die für das eigene Handeln und für relevante Stakeholder tatsächlich von Bedeutung sind. Mit anderen Worten: Sie hilft, besonders dringliche Herausforderungen zu identifizieren und priorisiert anzugehen.
Im Kern folgt die Wesentlichkeitsanalyse einem mehrstufigen Prozess. Zunächst werden veranstaltungs- oder organisationsrelevante potenzielle Nachhaltigkeitsthemen identifiziert und gesammelt. Anschließend werden die Perspektiven und Erwartungen zentraler Stakeholder – etwa Besuchende, Mitarbeitende, Sponsor:innen oder die lokale Gemeinschaft – zu den Nachhaltigkeitswirkungen der Veranstaltung einbezogen. Dies kann über Umfragen, Interviews, Workshops oder Fokusgruppen erfolgen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend analysiert, bewertet und priorisiert.
Die Ergebnisse werden häufig in einer Wesentlichkeitsmatrix dargestellt. Diese bildet ab, wie relevant einzelne Themen aus Sicht der Stakeholder sind und welchen Einfluss sie auf die Organisation bzw. die Veranstaltung haben. Auf dieser Grundlage lassen sich die zentralen Nachhaltigkeitsfelder klar benennen und gezielt bearbeiten.
Ziel der Wesentlichkeitsanalyse ist es, sowohl die Auswirkungen des eigenen Handelns auf Umwelt und Gesellschaft als auch umgekehrt die Auswirkungen externer Nachhaltigkeitsthemen auf die Organisation zu verstehen. Zudem wird geprüft, in welchen Bereichen identifizierte Herausforderungen durch eigenes Handeln tatsächlich beeinflusst oder gelöst werden können – eine wichtige Grundlage, um Ressourcen sinnvoll einzusetzen.
Die Wesentlichkeitsanalyse verfolgt insbesondere folgende Ziele:
- die Nachhaltigkeitsstrategie mit der Gesamtstrategie der Organisation in Einklang zu bringen
- Entscheidungsprozesse zu verbessern und zu fundieren
- relevante Nachhaltigkeitsinformationen präzise und nachvollziehbar zu kommunizieren
Darüber hinaus bildet sie die Grundlage für einen fokussierten und verständlichen Nachhaltigkeitsbericht. Dieser konzentriert sich auf die wesentlichen Themen, stellt Ziele und Ergebnisse transparent dar und nutzt möglichst einheitliche und vergleichbare Kriterien. So wird für Stakeholder wie Mitarbeitende, Partner:innen oder Kund:innen bzw. Gäste nachvollziehbar, wie das Nachhaltigkeitsengagement mit dem Kerngeschäft oder der Kernidee der Organisation verknüpft ist. Der zugrunde liegende Prozess der Wesentlichkeitsanalyse sollte dabei aus Gründen der Transparenz offen gelegt werden.
Weiterführende Informationen findet ihr z.B. auf der Webseite des Umwelt- und Klimapakts Bayern.
Auf der Website von https://web.ecogood.org/de/ wird die Gemeinwohl-Ökonomie vorgestellt, und zwar als Wirtschaftssystem, “das auf gemeinwohl-fördernden Werten aufgebaut ist. Sie ist ein Veränderungshebel auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene.” Auch in Hamburg wird die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie von einer regional aktiven Lokalgruppe vorangetrieben.
Ein Gemeinwohlbericht ist nicht dasselbe wie ein Nachhaltigkeitsbericht, in dem es in vielen Fällen eher um die Umweltwirkung eines Unternehmens geht als um den gesamtgesellschaftlichen Beitrag eines Unternehmens. Der Gemeinwohlbericht wird anhand der Gemeinwohlmatrix erstellt. Diese umfasst vier „Werte“, die ein gutes Leben fördern: Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit sowie Transparenz und Mitentscheidung. In Kombination mit 5 sog. „Berührungsgruppen“ entstehen 20 Themen, in denen Unternehmen ihre Wirkung zum Gemeinwohl bilanzieren können. Der Gemeinwohlbericht eines Unternehmens wird extern geprüft und anschließend in der Gemeinwohlbilanz veröffentlicht. Vorteile einer geprüften Gemeinwohlbilanz sind die wirklich umfassende Betrachtung aller Bereiche eines Unternehmens in ihrer gesellschaftlichen Wirkung. Eine Gemeinwohlbilanz ist eine gute Möglichkeit, um transparent über Nachhaltigkeitsengagement zu berichten, woran sich Kund*innen orientieren können.
Bereits 500 Unternehmen in Deutschland haben bisher ihre Gemeinwohlbilanz veröffentlicht, um zu zeigen, wie sie dazu beitragen, das Wirtschaftssystem nachhaltiger und sozialer zu gestalten. satis&fy, als Vertreter*in der Veranstaltungsbranche, hat bspw. für das Geschäftsjahr 2012-13 eine Gemeinwohlbilanz veröffentlicht, in der es 247 von 1000 möglichen Punkten in der Bilanzsumme erreichte.