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Mobility Festival 2025: Abfallentsorgung im öffentlichen Raum

Am 14. Juni 2025 wurde unter dem Motto „Innovative Mobilität zum Anfassen“ Mobilität für die Teilnehmenden erlebbar, mit innovativen Konzepten und Aktionen der verschiedenen Partner, darunter ein Scooter-Parcours, ein S-Bahn-Simulator sowie Projekte zu autonomem Fahren und digitaler Verkehrssteuerung. Wie bei vielen öffentlichen Veranstaltungen mit hoher Besucher:innenfrequenz stellt sich auch hier die Frage: Wie gelingt eine nachhaltige und korrekte Abfalltrennung im Publikumsbereich.

 

Problem

Bei öffentlichen Großveranstaltungen kommen viele Menschen mit unterschiedlichen Gewohnheiten zusammen, das macht sich unter anderem in der Art und Weise wie Besucher:innen mit Recycling und Abfällen umgehen bemerkbar. Gerade im Publikumsbereich entstehen durch Essensverpackungen, Becher und Informationsmaterialien erhebliche Abfallmengen.

Während Veranstaltende die Abfalltrennung im Backstagebereich durch geltende Gesetze und gute Kommunikation gezielt steuern können, ist das Verhalten der Menschen auf öffentlichen Flächen deutlich schwerer zu lenken. Im Backstagebereich greift die Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV), die gewerbliche Abfallerzeuger:innen zur getrennten Erfassung verpflichtet, sie lässt sich zusätzlich durch Beschilderung, Inforundgänge oder Hinweise in Dienstleistungsverträgen gezielt unterstützen. Im Publikumsbereich hingegen sind überwiegend Privatpersonen unterwegs, auf die die GewAbfV keine Anwendung findet. Zwar verpflichtet das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) grundsätzlich alle Beteiligten zur Abfallvermeidung und getrennten Erfassung (vgl. §§ 5, 11 KrWG) – in der Praxis wird das Trennen jedoch oft zum Problem: Aus Bequemlichkeit landet der Abfall häufig im nächsten Behälter oder dem, der am wenigsten gefüllt erscheint. Damit geht die Chance auf korrekte Entsorgung und Recycling verloren.

Für ein Event wie das Mobility Festival, das sich als nachhaltige Zukunftsplattform versteht, stellt eine unzureichende Abfalltrennung nicht nur ein logistisches, sondern auch ein kommunikatives Problem dar. Die Glaubwürdigkeit nachhaltiger Eventgestaltung – und damit auch die Bereitschaft zur Mitwirkung – hängt deutlich von dem Umgang und der Kommunikation mit den Besuchenden ab.

 

Lösungsansatz

Um Besucher:innen zu sensibilisieren und zu ermutigen, wurde beim Mobility Festival ein einheitliches und leicht verständliches Abfallsystem umgesetzt. Ziel war es, die Trennung der verschiedenen Abfallfraktionen  für alle Besucher:innen intuitiv zu machen und gleichzeitig den Reinigungs- und Entsorgungsaufwand so gering wie möglich zu halten.

Auf der ca 500qm großen öffentlichen Fläche am Jungfernstieg wurden insgesamt vier Mülltrennstationen aufgebaut, diese waren jeweils mit vier haushaltsüblichen Mülltonnen mit einem Fassungsvermögen von 240l für Wertstoffe, Papier, Restmüll und Glas ausgestattet. Hinter den Tonnen jeder Station befand sich ein großes Banner, das die verschiedenen Abfallarten durch Farben, Beschriftung und Symbole klar voneinander unterschied.  Die Farben der Tonnen waren mit denen auf dem Banner identisch.

Abfallstation
Foto: Ahoi Events

So entstand ein konsistentes, intuitives und gut sichtbares Leitsystem, das den Besuchenden die korrekte Entsorgung ohne weitere Erklärungen verdeutlichte. Zusätzlich erzeugt ein Banner Aufmerksamkeit bei den Besuchenden und verhindert eine achtlose Entsorgung des Abfalls.

Die Mülltonnen waren mit transparenten Müllsäcken ausgestattet. So war ein Einblick in den entsorgten Inhalt möglich und vor der finalen Entsorgung konnte ein visueller Check durch die Mitarbeitenden stattfinden, bevor die Abfallfraktionen in den entsprechenden Containern überführt wurden. Weiter konnte durch die Nutzung der Müllsäcke eine aufwendige und wasserintensive Reinigung der Tonnen vermieden werden.

Insgesamt vier Stationen waren an zentralen Punkten des Veranstaltungsgeländes aufgestellt, so dass sie im Fluss des Besucher:innenverkehrs leicht auffindbar waren.  Durch das klare Farbsystem, die großflächige Gestaltung und die eindeutige Symbolik wurde das Trennen von Abfällen zu einer einfachen, nachvollziehbaren Handlung im trubeligen Veranstaltungsgeschehen.  Die Platzierung der Müllstationen waren Teil des Lageplans, der vor Ort aushing.

Die finale Entsorgung fand im Anschluss an die Veranstaltung durch die Stadtreinigung Hamburg statt.

 

Herausforderungen

Die die Veranstaltung erstmalig stattfand und es damit keine Erfahrungswerte zu Abfallaufkommen gab, war es herausfordernd die benötigte Anzahl an Abfalltonnen und Abholungen zu planen.

 

Bilanz

Die Resonanz auf das System war durchweg positiv. Das lag sicher auch an der Veranstaltugsart (viele der Besuchenden sind bereits mit nachhaltigen Gewohnheiten vertraut) sowie an der Veranstaltungszeit.

Das Müllaufkommen war überschaubar: Die einzelnen Tonnen mussten während der Veranstaltungsdauer nicht zwischendurch geleert werden. Fehlwürfe konnten, auch wegen der durchsichtigen Mülltüten, gut kontrolliert werden. Die wenigen Fehlwürfe im Bereich Glas, Papier und Wertstoff konnten noch vor Ort vom Veranstaltungsteam korrigiert werden.

Die Veranstaltungsfläche am Jungfernsteig war den Veranstaltenden bekannt und damit gut überschau- und planbar. Das sorgte dafür, dass es für die Maßnahmen keine personelle Mehrbelastung gab.

Bei einer Folgeveranstaltung können kleinere Abfallcontainer (mit 120l Fassungsvermögen) bestellt werden, um Kosten zu sparen.

 

Vision

Für Veranstaltungen ähnlichen Charakters sollen Banner und Abfallstationen auch zukünftig mitgeplant und umgesetzt werden. Dabei können die Erfahrungen zu Abfallaufkommen gut genutzt werden, um die Maßnahmen effizient umsetzen zu können.

Maßnahmen in diesem Fallbeispiel: